Dada XV

Hannah-Hoech_Aus_einem_ethnographischen_Museum_ohne_Titel_II_5MBAfrika in mir…

„Ich wollte die skrupellose und simple Verwendung, der zu dieser Zeit aus Afrika Europa überschwemmende Negerplastik anleuchten“ Hannah Höch

Die Ausstellung ›Dada Afrika. Dialog mit dem Fremden‹ widmet sich anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Dada erstmalig der dadaistischen Rezeption außereuropäischer Kulturen und deren Kunst. Hier wird deutlich, wie sehr sich die Dadaisten auf nicht-westliche Ausdrucksformen bezogen und so neue Wege beschritten. Anlass für das Jubiläumsprojekt war die erste Dada-Ausstellung in der Zürcher Galerie von Han Corey. Unter dem Titel ›Dada.Cubistes.Art Nègre‹ wurden hier bereits 1917 avantgardistische und afrikanische Kunstwerke präsentiert. ›Dada Afrika. Dialog mit dem Fremden‹ zeigt nun  in fünf Sektionen mit erweitertem Fokus den Dialog zwischen dadaistischen Arbeiten und afrikanischen, asiatischen, amerikanischen und ozeanischen Artefakten. Die Werte des eigenen Kulturkreises radikal in Frage stellend, den Wert der westlichen Zivilisation negierend erschien den Dadaist*innen das sogenannt Fremde als echte Alternative, als authentisches Kulturzeugnis, als attraktiver Inspirationsraum, der zu neuen Formen für Assemblagen, für Lyrik, für Musik führte. Es war ein Ent-Fremden und Be-Fremden gleichermaßen und darf mit heutigem Blick gesehen und dennoch mit damaligem Verständnis und Maßstab bewertet werden. Während im Museum Rietberg in Zürich, der ersten Ausstellungsstation, im Basement des Hauses eine fast sakrale Atmosphäre geschaffen wurde, mittels Licht(dimmung) und linearer klarer Wegeführung die afrikanischen Werke stark mystifiziert erschienen, gewinnen nun in der Berlinische Galerie die Werke von Hannah Höch und den weiteren Dadaist*innen an Stärke, da ein freieres Draufzulaufen möglich ist, die Ausstellung gesamt als Assoziationsraum wahrgenommen werden kann. Interessant eine Ausstellung mal an zwei so unterschiedlichen Orten gesehen zu haben. Ausstellungszeitraum in der Berlinische Galerie – Museum für Moderne Kunst noch bis zum 07.11.2016. Foto: Werk von Hannah Höch

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