Erhebt die Gläser II

 

Natürlich feiere ich heute weiter: die Kunst, das Leben, mich, Dich…Im Musenland ist jeder Tag ein Feiertag und jeder Tag ein Tag der Kunst…

Erhebt die Gläser…

Alles Gute!

Was haben Eartha Kitt (Eartha Mae Keith), die legendäre US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin und die große alte Dame ‚Kunst‘ gemeinsam? Wir feiern heute ihre Geburtstage. Miss Kitt wäre heute 91 Jahre jung und Big Art wird heute 1.000.055 Jahre alt. Weiterlesen

Stellt Euch doch mal vor – Gastauftritt V

Kunst und Kommunikation von Horst Tress

Da ich mich bereits in jungen Jahren für Kunst interessierte, war es nur folgerichtig, dass ich mich als Zwanzigjähriger entschloss, meine eigene Kunst unters Volk zu bringen. Zu meinen geistigen Ziehvätern zähle ich neben Wolf Vostell und Joseph Beuys auch Curt Stenvert. Nach und nach lernte ich sie alle persönlich kennen. Sie beteiligten sich ohne Wenn und Aber an meinen ersten Publikationen. Unsere Namen tauchten ab den 1970er Jahren auch gemeinsam in internationalen Ausstellungen auf. In den 1960er Jahren gründete der amerikanische Künstler Ray Johnson die New York Correspondance School. Aus ihr entwickelte sich Anfang der 1970er Jahre der Begriff Mailart. Diese Bezeichnung wird bis heute dem Oberbegriff Fluxus zugeordnet. Unter Postkunst versteht man bemalte, collagierte, gezeichnete und mit eigenen Stempeln bearbeitete Postkarten und Briefe. Weiterlesen

Stellt Euch doch mal vor – Gastauftritt II

Kinder im Krieg

Kinder im Krieg

R. F. Myller: Ich kann deshalb nur die Bilder von der Flucht malen

Das 20. Jahrhundert bis hinein ins 21. Jahrhundert hat den unrühmlichen Ruf als das Jahrhundert der Flüchtlinge. Zu keiner anderen Zeit haben mehr Menschen ihre Heimat verlassen oder wurden vertrieben. Die Ungleichheit der Lebensbedingungen auf der Welt, Hunger aufgrund von Naturkatastrophen führte dann zu weiteren Flüchtlings-bewegungen. Das Problem der großen Wanderungsbewegungen wurde im Zuge der Globalisierung in die sogenannte Dritte Welt verlagert. Von der Flucht am Ende des zweiten Weltkrieges, die meine Mutter als Kind mitmachen musste und schreckliche Dinge erlebt hat, gibt es oft noch Zeitzeugen, denen später oft die Sprache fehlte für das Grauen oder man ihnen nicht zuhören wollte. Es gibt viele so oft kopierte Bilder von diesem Geschehen, dass sie fast zu einem kollektiven Bildergedächtnis geworden sind. Diese kollektiven Bilder sind ein Ersatz für die Bilder der eigenen Geschichte. Diese Bilder habe ich recherchiert und vergrößert. Aber die Vergrößerung sorgte nicht für eine größere Klarheit, sondern bewirkte das Gegenteil. Ich male keine Bilder von der Flucht, sondern untersuche, wie Erinnerung entsteht. Ich bin zu jung, um Bilder über die Flucht malen zu können. Ich kann deshalb nur die Bilder von der Flucht malen. Weiterlesen

NOT NEW NOW

WP_20160229_12_26_22_ProDie 6. Marrakech Biennale weitet Raum und Horizont

Neben der bewussten Auswahl unterschiedlichster internationaler Künstler*innen aus den Sparten Video, Sound, Malerei, Fotografie, Performance, Architektur sind auch deren Herkunftsländer und ihre eigene (kunst)historische Einbettung der Werke breit gefächert. Ebenso die Einbindung der Partnerprojekte, Kooperationen und die Verortung im städtischen Raum von Marrakesch (die Sultanspaläste Palais El Bahina und Palais El Badii, der touristische „Magnet“ Jemaa El-Fna, Off-Spaces wie L‘Blassa, die Koutoubia-Moschee, Neustadt-Galerien und Street Art-Partnerprojekte in der Küstenstadt Essaouira). Verbindende Themen der von Reem Fadda sensibel und radikal zugleich kuratierten Biennale mit über 50 Künstler*innen: die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Stadt Marrakesch (Mythos), der afrikanischen Verwurzelung eines Landes, das oft europäischer scheint als es ist, den allgegenwärtigen aktuellen Zeitgeschehnissen (Marokko ist Flüchtlingsland in beide Richtungen), der Auseinandersetzung um Lebenskonzepte im Wandel, Ökologie und Nachhaltigkeit…NOT NEW NOW…Gewidmet der Anfang des Jahres bei einem Attentat in Burkina Faso ums Leben gekommenen Fotografin Leila Alaoui. Die 6. Marrakech Biennale läuft noch bis zum 08.05.2016. Alle Termine und weitere Infos unter www.marrakechbiennale.org

Die Sehnsucht nach dem Sehnsuchtsort I

trailheadBe an Artist in Residence

Schon immer lag den Kunstschaffenden das Reisen im Blut. Kaum eine/r im großen Kanon der  Kunstgeschichte, der oder die nicht den ein oder anderen Umweg über diesen oder jenen Sehnsuchtsort genommen hätte. Ob Italien, das Land wo die Zitronen blühen oder das märchenhafte Marokko, ob die Alpen oder die Südsee: Inspiration findet sich immer gut an einem anderen Ort als dem heimischen und wer Augen, Ohren und anderweitige Sinne offen hielt war auch über den künstlerischen Aspekt hinaus bereichert zurückgekehrt. Reisen bildet…auch im Herzen. Auch heute zieht es Kunstschaffende – ob malend, fotografierend oder schreibend –in die Ferne, um zu lernen, zu kooperieren, neue Eindrücke zu gewinnen, den Alltag abzustreifen, durch zu atmen. Dank zahlreicher Programme ist es möglich, dem eigenen Sehnsuchtsort näher zu kommen oder sich auf die Suche zu begeben nach dem, was wir vielleicht in der Ferne, aber dann doch in uns selbst entdecken: Neugierde, Lebenslust, die Freude am Schaffensdrang. Ausführliche Informationen zu den unterschiedlichen Artist/Writer in Residence Programmen auf folgenden Seiten: www.artist-in-residence.de; www.resartis.org. Bin dann mal unterwegs – auf dem Weg zur Quelle…

Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit (Friedrich von Schiller)

WP_20140909_15_40_56_Pro Die Verteidigung der Freiheit der Künste ihr täglich Brot: das Zentrum für verfolgte Künste und die Organisation Freemuse

Die aktuelle  Ausstellung der chinesischen Foto-Künstlerin Liu Xia im Martin-Gropius-Bau (ihre Werke dürfen im eigenen Land nicht gezeigt werden aufgrund abstrakter Mehrdeutigkeit bzw. fehlender optimistischer Sichtweise aufs Heimatland und ebenso aufgrund ihrer Ehe mit dem Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo)… der Goldene Bär der Berlinale an den iranischen Filmemacher Jafar Panahi, der in seiner Heimat mit Ausreise- und Arbeitsverbot festsitzt; immer wieder bedroht von Haft und anderen Repressalien… die Terroranschläge auf das Büro der Satireredaktion „Charlie Hebdo“ in Paris…die organisierte Vernichtung von Kunstwerken und Literatur in afrikanischen Diktaturen und/oder Bürgerkriegen…die Unterdrückung der Meinungs- und Kunstfreiheit in Ungarn…die Verbotswellen interaktiver Netz-Partizipation in der Türkei: die Angst vor der Kunst und den Kunstschaffenden scheint groß.  Die Macht Künstler*innen und ihr Werke zu verleumden, einzusperren, zu vernichten muss einer Ohnmacht entspringen: der Ohnmacht vor der subversiven, der radikalen Macht der Kunst, des künstlerischen Ausdrucks. Nichts gefährlicher als Ohnmacht in Kombination mit Unwissenheit, Angst und Dummheit. Weiterlesen

Rastlose Frauen II

heidi-around-the-worldEinmal um die ganze Welt…

Heidi Hetzer (* 20. Juni 1937 in Berlin), eine  Unternehmerin und weltweit erfolgreiche Rallyefahrerin mit über 150 Auszeichnungen und Preisen (Rallye Paris, Rallye Düsseldorf-Shanghai, Mille Miglia, Rallye Monte Carlo…)
Ihr aktuelles Projekt ist eine am 27. Juli 2014 in Berlin gestartete Oldtimer-Fahrt um die Welt auf den Spuren von Clärenore Stinnes.  Die Fahrt führt über Osteuropa nach Teheran und anschließend über Moskau durch die Mongolei und China Richtung Australien. Die Reise wird fortlaufend auf dem Blog Heidi Hetzer fährt um die Welt dokumentiert. Heidi Hetzer ist mit 77 Jahren nur wenige Jahre jünger als ihr Oldtimer und vor ihres Jahres- und sicher auch Erfahrungsfülle, vor der Reise- und der Abenteuerlust ziehe ich meinen imaginären Hut.

Rastlose Frauen I

herlinde koelblHerlinde Koelbl mit TARGETS weltweiten Kriegsvorbereitungen auf der Spur

Herlinde Koelbl (* 31. Oktober 1939 in Lindau, Bodensee), eine Fotografin und Dokumentarfilmerin, die bevorzugt an mehrjährigen Foto(vergleichs)projekten arbeitet. In ihrem neuen, international angelegten Kunstprojekt TARGETS beschäftigt sich die Fotografin Herlinde Koelbl mit militärischer Ausbildung und den kulturellen Unterschieden, die sich in den jeweils landestypischen Schießzielen widerspiegeln. Der außergewöhnliche Fokus der Arbeit liegt auf den Schießscheiben/-figuren, an denen Menschen zu Soldaten ausgebildet und auf den Krieg vorbereitet werden. Hat der Feind ein Gesicht? Ist er abstrakt? Herlinde Koelbl bereiste dafür Truppenübungsplätze u.a. in den USA, China, Russland, Afghanistan, Brasilien, Äthiopien, Norwegen oder der Mongolei. Die Ausstellung ist derzeit im DHM in Berlin zu sehen. Beklemmende Bilder und ein Erschrecken, ein Erinnern, ein Aufwecken: Krieg ist ein tödliches Männer-Spiel. Herlinde Koelbl:eine klare Haltung, ein unverfälschter Blick auf diese Welt und darauf wie wir sie gestalten und (uns darin) bewegen. Verneigung!