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Liebe Blogabonnent*innen, liebe Kunstinteressierte, um auch weiterhin über das Erscheinen meiner Artikel und Hinweise informiert zu werden, braucht es Eure kurze Mitwirkung! Da der Umzug ins Musenland vollzogen ist, schreibe ich nun aus selbigem. Bitte sendet eine E-Mail mit dem Betreff ‚Blog abonnieren‘ an sabine.kuester@musenland.de . Danke und auf bald…Sabine Küster

 

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Stellt Euch doch mal vor – Gastauftritt VI

Die Kraft der Begegnung von Seona Sommer
Mich vorzustellen bedarf einer Dreiteilung. Aber in erster Linie bin ich Künstlerin und habe mich auf realistische Porträtmalerei und Porträtzeichnung spezialisiert. Ich habe mir das nicht „ausgesucht“, sondern ich wurde schon immer magisch angezogen von Menschen, Gesichtern, Emotionen und vor allem der Vielfalt des menschlichen Ausdrucks, der kulturellen und biographischen Hintergründe sowie der unglaublichen Einzigartigkeit der Individuen. Ich empfinde eine tiefe Genugtuung darin, mich im Schaffensprozess mit einem real existierenden Menschen zu beschäftigen und dabei sein Wesen, insbesondere seine Liebenswürdigkeit, herauszuarbeiten. Dabei spielt es für mich keine übergeordnete Rolle, ob ich den Menschen persönlich kenne oder nicht. Auch lege ich keinen Wert darauf, berühmte Persönlichkeiten zu malen. Stattdessen möchte ich „ganz normalen Leuten“ aus aller Welt die Möglichkeit geben, sich einmal in einem Kunstwerk verewigen zu lassen und somit einen Moment besonderer Aufmerksamkeit zu erleben. Weiterlesen

Stellt Euch doch mal vor – Gastauftritt V

Kunst und Kommunikation von Horst Tress

Da ich mich bereits in jungen Jahren für Kunst interessierte, war es nur folgerichtig, dass ich mich als Zwanzigjähriger entschloss, meine eigene Kunst unters Volk zu bringen. Zu meinen geistigen Ziehvätern zähle ich neben Wolf Vostell und Joseph Beuys auch Curt Stenvert. Nach und nach lernte ich sie alle persönlich kennen. Sie beteiligten sich ohne Wenn und Aber an meinen ersten Publikationen. Unsere Namen tauchten ab den 1970er Jahren auch gemeinsam in internationalen Ausstellungen auf. In den 1960er Jahren gründete der amerikanische Künstler Ray Johnson die New York Correspondance School. Aus ihr entwickelte sich Anfang der 1970er Jahre der Begriff Mailart. Diese Bezeichnung wird bis heute dem Oberbegriff Fluxus zugeordnet. Unter Postkunst versteht man bemalte, collagierte, gezeichnete und mit eigenen Stempeln bearbeitete Postkarten und Briefe. Weiterlesen

Lasst die Schwäne fliegen…

SWANBanner_newSWAN Day steht für Support Women Artists Now, also für Unterstützt Künstlerinnen Jetzt. SWAN Day ist als internationaler Feiertag konzipiert und findet immer am letzten Wochenende im März statt. Das Event dient der Anerkennung und Ehrung kultureller Beiträge von Künstlerinnen und deren Macht, die Gesellschaft positiv zu beeinflussen. Initiiert wurde der SWAN DAY von Women Arts, auf deren Seite auch die seit 2008 international veranstalteten Festivals, Veranstaltungen etc. dokumentiert sind.

Entdeckung einer Pionierin

annegret-soltauAnnegret Soltau – Körper trifft Collage trifft Textil

Ihr eigener Körper ist das Rohmaterial für ihre Kunstwerke. In ihren ersten Performances umschlang die 1946 in Lüneburg geborene (heute weltweit arbeitende und ausgezeichnete) Künstlerin noch sich und andere mit schwarzen Fäden zu einer skulpturalen Installation; ein Werk, das sich spätestens mit Ende der Ausstellung wieder auflöste. Mitte der 1970er Jahre entwickelte sie die von ihr selbst so benannte Fotovernähung, in der sie den realen Faden mit fotografischem Material verband. Diese Technik steht in der Tradition der Collage; durch die Nutzung des Fadens statt des bei Collagen sonst üblichen Klebstoffs bekommen ihre Arbeiten aber zusätzlich auch textilen Charakter. Sie ist eine Pionierin auf dem Gebiet der feministischen Kunst und der Body Art. Sie erforscht und überwindet die Grenzen des gegebenen Körpers. Bei ihren Arbeiten reißt Soltau aus Fotografien von Gesichtern & Körpern das Innere heraus, so dass nur der Umriss der Person entleert als Silhouette zurückbleibt. Weiterlesen

Stellt Euch doch mal vor – Gastauftritt II

Kinder im Krieg

Kinder im Krieg

R. F. Myller: Ich kann deshalb nur die Bilder von der Flucht malen

Das 20. Jahrhundert bis hinein ins 21. Jahrhundert hat den unrühmlichen Ruf als das Jahrhundert der Flüchtlinge. Zu keiner anderen Zeit haben mehr Menschen ihre Heimat verlassen oder wurden vertrieben. Die Ungleichheit der Lebensbedingungen auf der Welt, Hunger aufgrund von Naturkatastrophen führte dann zu weiteren Flüchtlings-bewegungen. Das Problem der großen Wanderungsbewegungen wurde im Zuge der Globalisierung in die sogenannte Dritte Welt verlagert. Von der Flucht am Ende des zweiten Weltkrieges, die meine Mutter als Kind mitmachen musste und schreckliche Dinge erlebt hat, gibt es oft noch Zeitzeugen, denen später oft die Sprache fehlte für das Grauen oder man ihnen nicht zuhören wollte. Es gibt viele so oft kopierte Bilder von diesem Geschehen, dass sie fast zu einem kollektiven Bildergedächtnis geworden sind. Diese kollektiven Bilder sind ein Ersatz für die Bilder der eigenen Geschichte. Diese Bilder habe ich recherchiert und vergrößert. Aber die Vergrößerung sorgte nicht für eine größere Klarheit, sondern bewirkte das Gegenteil. Ich male keine Bilder von der Flucht, sondern untersuche, wie Erinnerung entsteht. Ich bin zu jung, um Bilder über die Flucht malen zu können. Ich kann deshalb nur die Bilder von der Flucht malen. Weiterlesen

Türen öffnen

tueren_1700Stellt Euch doch mal vor…

2017: 12 Monate. 12  Gastschreibende auf meinem Blog. 12 neue Themen aus der Kunst- und Literaturwelt. 12 Menschen, die sich und/oder ihre Kunst, ihr Projekt, ihre Vision vorstellen. Du bist interessiert daran eine dieser Gastautor*innen zu sein? Dann melde Dich bitte und lass mich kurz wissen, wer Du bist und worüber Du schreiben möchtest. Neugierig und voller Vorfreude…Sabine Küster

Dada XVIII

fb_20160925_22_11_39_saved_picturefb_20160925_22_12_34_saved_picturefb_20160925_22_13_11_saved_picture…Blütenzorn, Dada-Druid & Zündel(eien)

Dada Soiree am 25.09.2016 im Café Zähringer in Zürich mit MusenTritt, Mother Dadas Blütenzorn und St. Pauli.               Fotos: Tamara Maggi

Die Ästhetik des Widerstands

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Die Ästhetik des Widerstands ist der Titel eines dreibändigen, um die 1000 Seiten umfassenden Romans von Peter Weiss. Das Werk stellt den Versuch dar, die historischen und gesellschaftlichen Erfahrungen und die ästhetischen und politischen Erkenntnisse der Arbeiterbewegung in den Jahren des Widerstands gegen den Faschismus zum Leben zu erwecken und weiterzugeben. Zentrale Figur ist ein durch den ganzen Roman namenlos bleibender, fiktiver deutscher Arbeiter und Widerstandskämpfer, den Weiss, wie er selbst bemerkte, mit seiner eigenen „Wunschbiographie“ versehen hat. Im Mittelpunkt des Romans  steht unter anderem die Frage, welche Rolle Kunst und Kultur als Nährboden für politischen Widerstand gegen totalitäre Systeme spielen können. Weiss schildert dazu nicht nur die Lebensbedingungen, unter denen Menschen mit Kunst in Berührung kamen. Er beschreibt auch, wie bestimmte Kunst den wenigen Menschen, die sich dem Faschismus widersetzten, Kraft und Orientierung vermitteln und das politische Bewusstsein schärfen konnte.  Im Herbst 2016 wäre der Autor, Bildende Künstler und Filmemacher Peter Weiss hundert Jahre alt geworden. Das HAU Hebbel am Ufer nimmt dies zum Anlass für ein interdisziplinäres Festival (28.09.-08.10.2016) , zu dem internationale Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen eingeladen sind, sich mit dem Roman Die Ästhetik des Widerstands und den darin gestellten sozialen und politischen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Für das Festival hat das HAU Hebbel am Ufer fünf internationale Theaterproduktionen in Auftrag gegeben. Darüber hinaus wird es ein Theorieforum, eine Lesung des Romans “Die Ästhetik des Widerstands“, ein Filmprogramm in Kooperation mit dem Arsenal – Institut für Film und Videokunst sowie eine Ausstellung von Halil Altındere im n.b.k. geben. Gesamtprogramm/Kartenvorbestellung übers HAU.

 

Dada XV

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„Ich wollte die skrupellose und simple Verwendung, der zu dieser Zeit aus Afrika Europa überschwemmende Negerplastik anleuchten“ Hannah Höch

Die Ausstellung ›Dada Afrika. Dialog mit dem Fremden‹ widmet sich anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Dada erstmalig der dadaistischen Rezeption außereuropäischer Kulturen und deren Kunst. Hier wird deutlich, wie sehr sich die Dadaisten auf nicht-westliche Ausdrucksformen bezogen und so neue Wege beschritten. Anlass für das Jubiläumsprojekt war die erste Dada-Ausstellung in der Zürcher Galerie von Han Corey. Unter dem Titel ›Dada.Cubistes.Art Nègre‹ wurden hier bereits 1917 avantgardistische und afrikanische Kunstwerke präsentiert. ›Dada Afrika. Dialog mit dem Fremden‹ zeigt nun  in fünf Sektionen mit erweitertem Fokus den Dialog zwischen dadaistischen Arbeiten und afrikanischen, asiatischen, amerikanischen und ozeanischen Artefakten. Die Werte des eigenen Kulturkreises radikal in Frage stellend, den Wert der westlichen Zivilisation negierend erschien den Dadaist*innen das sogenannt Fremde als echte Alternative, als authentisches Kulturzeugnis, als attraktiver Inspirationsraum, der zu neuen Formen für Assemblagen, für Lyrik, für Musik führte. Es war ein Ent-Fremden und Be-Fremden gleichermaßen und darf mit heutigem Blick gesehen und dennoch mit damaligem Verständnis und Maßstab bewertet werden. Während im Museum Rietberg in Zürich, der ersten Ausstellungsstation, im Basement des Hauses eine fast sakrale Atmosphäre geschaffen wurde, mittels Licht(dimmung) und linearer klarer Wegeführung die afrikanischen Werke stark mystifiziert erschienen, gewinnen nun in der Berlinische Galerie die Werke von Hannah Höch und den weiteren Dadaist*innen an Stärke, da ein freieres Draufzulaufen möglich ist, die Ausstellung gesamt als Assoziationsraum wahrgenommen werden kann. Interessant eine Ausstellung mal an zwei so unterschiedlichen Orten gesehen zu haben. Ausstellungszeitraum in der Berlinische Galerie – Museum für Moderne Kunst noch bis zum 07.11.2016. Foto: Werk von Hannah Höch