Nicht jeder Künstlerin/ jedem Künstler genügt der MusenKuss. Zuviele Pläne, zuwenig Zeit? Muße abhanden gekommen? Kreativitätsblockade? Kein Selbstvertrauen in den eigenen Größenwahn? Gute Ideen, aber noch nicht die richtige Partnerin oder den passenden Kollegen für die Umsetzung gefunden? Keine Vorstellung, wie die Welt von Deiner Kunst erfahren soll? Viele ”ja aber…” im Kopf? Hier kommt nun der motivierende MusenTritt ins Spiel! Angebote, Tipps, Tricks, Ausschreibungen, Aktionen, Projekte…das Stöbern auf diesen Seiten lohnt sich!
Begegne der Muse mit dem Zebra alias Sabine Küster!
Die zehnte Muse, verleugnete Stiefschwester der neun Musen, ist zum Begriff für das Kabarett geworden; für die kleine Kunst aus Gesang und Tanz und politischem Witz und Provokation. Dieses Musengeschöpf ist trotz mancher Schmähung inzwischen weit über 100 Jahre alt und sollte nicht leichtfertig verwechselt werden mit dem nicht näher verwandten Comedy-Spross.
Über die 10. Muse ist viel geredet und geschrieben worden: über die um die Jahrhundertwende und vor dem ersten Weltkrieg auftretenden Kabarettdichter, über die Vertreter/innen der Kabarettkunst in den “Goldenen 20igern” bis hin zu den Darstellenden der Nachkriegszeit und den Frontfrauen und -männern der 80er bis heute.Gerühmt und verehrt für ihr Scharfzüngigkeit, für ihren Biss, ihre politische Weitsicht und ihre Bereitschaft auch ab und an in den eigenen Wunden zu stochern. Fern von Rollenklischees und Anpassung, nah an der Utopie, mit dem Mut zur Hässlichkeit und zur Demut. Engagiert, furchtlos und zuweilen sehr eigen(willig) – insbesondere auch díe Damenwelt des Kabaretts. Stellvertretend für all die tollen Frauen des Kabaretts eine Hommage an eine ganz große Stiefschwester, an die unvergleichliche Valeska Gert (*1892, + 1978).
“Eine dolle Nummer, eine hervorragende Tänzerin, eine außerordentliche Frau” oder aber auch “in den Lichtbogen schlurcht eine Schlampe in Schwarz, der rote Halsbesatz deckt den Kopf ab – einen verluderten, unfrisierten Kopf. Wer ist das? Was ist das für ein Gesicht? Die Vorstadtdirne von Toulouse-Lautrec ist eine Gräfin dagegen – gegen diese Nutte. Die Beine öffnen und schließen sich. Und Gleichgültigkeit, Krampf – dennoch Krampf! -und Geldgier schütteln den ausgeschaukelten Körper…” Beide Zitate von Kurt Tucholsky, einem großen Verehrer der Valeska Gert.
Eine Exzentrikerin war sie, im besten Sinne des Wortes. Kabarettistin, Schauspielerin, Sängerin und vor allem eine begnadete Tänzerin. Eine oder beser gesagt die erste und einzige wahre Grotesktänzerin, die ursprünglichste Erfinderin des Ausdruckstanzes, lange bevor der Begriff geprägt wurde. In dem Bemühen immer wieder neue Ausdrucksformen zu finden, inszenierte Valeska Gert Tanzabende, in denen Kreaturen geboren wurden, die so noch nie zuvor das Licht einer Bühne gesehen hatten. Traum- wie auch Albtraumgeschöpfe. Ihre avantgardistischen Tanzpantomimen waren neu und radikal. Weiterlesen →
“Auf der Basis meiner vielseitigen und weitreichenden Zusammenarbeit, glaube ich fest daran, daß der Kontakt von Mensch zu Mensch auf dem Weg über die Kunst wirksame friedliche Kräfte in sich birgt und der am wenigsten elitäre Weg ist, ausgefallene und alltägliche Informationen miteinander zu teilen, die uns hoffentlich zu gegenseitigem kreativen Verständnis führen können. Kunst ist lehrreich, provokativ und aufklärend, selbst, wenn sie zunächst nicht verstanden wird. Auch kreative Verwirrung regt Neugierde und Wachstum an und führt zu Vertrauen und Toleranz. Unsere inneren Verschrobenheiten selbstbewußt zu teilen, wird uns einander näher bringen…” Robert Rauschenberg
Zur Erinnerung an Robert Milton Ernest Rauschenberg zum 5. Todestag (* 22. Oktober 1925 in Port Arthur, Texas; † 12. Mai 2008 auf Captiva Island, Florida).
Rekord für Gerhard Richter: Das Bild «Domplatz, Mailand» des Malers ist bei Sotheby’s in New York für 37,1 Millionen Dollar (knapp 29 Millionen Euro) versteigert worden. Ein weiterer Auktionsrekord für Gerhard Richter und dennoch nur das zweitbeste Gesamtauktionsergebnis. Das teuerste Bild war von Barnett Newman. Sein «Onement VI» ging letztlich für mehr als 43,8 Millionen weg. Es zeigt, 2,60 Meter hoch und mehr als drei Meter breit, zwei blaue Flächen und stammt aus dem Jahre 1953.
Reelle Preise für reelle Kunstwerte oder Monopoly auf dem großen Bankett? Geld regiert die Welt. Geld regiert den Kunstmarkt bzw. sorgt für eine Beschleunigung, die es fast unmöglich macht, die Entwicklung eines Künstlers/einer Künstlerin über eine längere Schaffensperiode zu verfolgen. Top oder Flop. Heute Highpotential, morgen vergessen oder ad acta gelegt. Nur wenige, Gerhard Richter und Barnett Newman gehören dazu, sind stetig bekannter geworden und haben an Wert zugelegt – künstlerischem wie materiellem. Andere aber werden hochgepuscht, an Limitpreise getrieben und im nächsten Jahr, der nächsten Messe-Saison von nachrückenden hungrigen Eventtauglichen abgelöst. Ein Karussell der Eitelkeiten?! Kunst als Wertobjekt, sicher verstaut im Banksafe?! Museen als Hüter von Restbeständen?!
Künstlerwelt und Kunstmarkt – eine Schere, die sich immer weiter öffnet; zwei Nachbarplaneten, die sich mißtrauisch beäugen; Haßliebe mit offenem Ausgang; Rosenkrieg!
Der Musenkuss, der MusenTritt, der Musen Tempel – sie alle fanden hier bereits Erwähnung und Raum und nun ist die Zeit gekommen, der Boden bereitet für den Auftritt der Musen selbst: 9 sind es an der Zahl; die Töchter von Mnemosyne, der Göttin der Erinnerung und von Zeus, dem Göttervater:
Klio, die Rühmende, Muse der Geschichtsschreibung…Melpomene, die Singende, Muse der Tragödie…Terpsichore, die fröhlich im Regen Tanzende, Muse für Chorlyrik und Tanz…Thalia, die Festliche, Blühende, Muse der Komödie…Euterpe, die Erfreuende, Muse der Lyrik und des Flötenspiels…Erato, die Liebevolle, Sehnsucht weckende, Muse der Liebesdichtung…Urania, die Himmlische, Muse der Sternkunde…Polyhymnia, die Hymnenreiche (Liederreiche), Muse des Gesangs…Kalliope, die mit der schönen Stimme, Muse der epischen Dichtung, der Rhetorik, der Philosophie und der Wissenschaft.
Die zum Gefolge Apollons zählenden Musen sollen am Berg Helikon bei der Quelle Hippokrene zu finden sein, die durch einen Hufschlag des geflügelten Musenrosses (Pegasus) freigelegt wurde.
Wenn man heute das Wort Muse hört, denkt man aber gar nicht an die altehrwürdigen Damen und auch nicht an die jetzigen Inspirationsgebenden, sondern fast automatisch an die Frauen der Jahrhundertwende, an denen das Etikett Muse wie eine zweite Haut haftet: Lou Andreas-Salomé, Eleonora Duse oder auch Alma Mahler-Werfel.
In der Tradition der Musen standen und stehen aber auch in der späteren und heutigen Zeit immer wieder Frauen (und auch Männer!), die den auf- und anregenden Spagat leb(t)en, selbst künstlerisch zu arbeiten und zugleich als Muse für andere Künstler/innen zu wirken oder sich mit ihnen in einem wechselseitigen Musen-Inspirations-Verhältnis zu befinden: Dora Maar/Pablo Picasso; Frida Kahlo/Diego Riviera; Gala/Dali; Vita Sackville West/Virginia Woolf; Nico/Andy Warhole; Bertolt Brecht/Helene Weigel; Jean Marais/Jean Cocteau; Eva Maria Hagen/Wolf Biermann…
Die Muse ist mitnichten ein Auslaufmodell. Deshalb Ihnen/Euch und mir gewünscht: Musenbegegnungen aller Art, poetische Flügelschläge und Sternenfunkeln Tag und Nacht! Inspirationsquell: sprudel, sprudel,… gib alles!
Am nördlichsten Punkt Deutschlands, dem Kap Arkona, bietet MusenTritt auch in diesem Jahr wieder im Zeitraum Mai -September Beratung an für Künstler/innen und Kulturschaffende zu allen Fragen rund um die künstlerische Entwicklung, Persönlichkeit und Existenz.
Inhaltliche Schwerpunkte der Beratung sowie zeitlicher Umfang werden vorab miteinander festgelegt (…dem individuellen Bedürfnis und den jeweiligen Möglichkeiten angepasst). Bei der Suche nach Unterkünften kann, wenn rechtzeitig gebucht wird, ggf. geholfen werden. Freie Termine, Kosten etc. auf Nachfrage.
Das Museum (griechisch μουσείο[ν], musío) – ursprünglich das Heiligtum der Musen, der Schutzgöttinnen der Künste, Kultur und Wissenschaften - hat mit dem seit 1977 jährlich stattfindenden Internationalen Museumstag ein Event zur Förderung von Wahrnehmung, Auseinandersetzung und Förderung etabliert. In diesem Jahr wird der Museumstag unter dem Motto “Vergangenheit erinnern – Zukunft gestalten” in Deutschland am Sonntag, den 12. Mai begangen.
Das Wort „Museum“ taucht zum ersten Mal in der hellenistischen Antike auf im 4. Jahrhundert v. Chr. in Alexandria und bezeichnet dort einen ganzen Stadtteil, der den Musen gewidmet war und vor allem der Bibliothek. 1546 erscheint der erste gedruckte „Museums“-Katalog von dem Humanisten Paolo Giovio über einen Teil seines Hauses im italienischen Como: „Musaei Joviani Descriptio“.[1] Von da an diente das Wort der Bezeichnung verschiedener Sammlungen. Als allgemeiner Begriff in der Öffentlichkeit fungiert die Bezeichnung erst seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert (neben Pinakothek oder Glyptothek) und kennzeichnet eine Institution, die eine Sammlung bedeutsamer und lehrreicher oder exemplarischer Gegenstände für die Öffentlichkeit aufbewahrt, kategorisiert, erforscht, und Teile davon ausstellt.
Heute zählt das Institut für Museumsforschung alleine in Deutschland über 6.000 offizielle Museen. Viele davon sind mit Veranstaltungen, Führungen, Sonderöffnungszeiten am Internationalen Museumstag beteiligt. Alle Termine auf der deutschen Seite des Museumstages abrufbar.
“In the future everyone will be world-famous for 15 minutes/ In Zukunft wird jedermann für 15 Minuten Weltruhm erlangen” Andy Warhol
Die Deutsche Bank rief und alle kamen. Macht Kunst! das Motto. Eine 24-Stunden-Aktion sollte es werden, aber nun gibt es die Verlängerung zum Gallery Weekend und ein neuer Trend darüber hinaus ist gesetzt.
Zutaten: eine (noch) leere Kunsthalle; ein pfiffiger Kurator, der das Warholsche Zitat verinnerlicht hat; eine Stadt, in der alle zumindest gefühlte Künstler/innen sind; ein im Schlange-Stehen-geübtes Kunstpublikum (lernen von MoMa…)
Wer will-kann-soll, der muss auch ausstellen (dürfen)! 2135 Kunstwerke. Ob Siebdruckversuch, echter Ölschinken, ironisches Origami, getackerte Ess-Serviette…alles was an die Wand kann, wurde gebracht. Stunden lang standen hunderte Kunstschaffende mit ihren Werken vor dem Gebäude und waren für sich genommen schon Kunstaktion, Performanceschlange. Was nun im zweiten Durchlauf zu sehen ist, lässt die Petersburger Hängung inkonsequent erscheinen. Bei der Berliner Hängung geht mehr. Mehr Kunst/Quadratzentimenter.
Es ist leicht über diese gelungene Kunst- bzw. PR-Aktion zu lästern, sich darüber zu verständigen, dass man selbst nur mit Augenzwinkern in der Schlange stand, dass viel peinliches gebracht wurde, dass der ein oder andere seinen Frühjahrsputz oder die Keller-Entrümpelungsaktion hierher verlängert hat. ABER! Wer ehrlich ist gibt zu, dass viele sehr beeindruckende Kunstwerke zu sehen sind; vieles berührt, erstaunt, erregt. Kunst, die es sonst vielleicht nicht in eine Ausstellung geschafft hätte, einfach aufgrund der Tatsachen, dass nicht jede eine Galerie findet, die es verdient hätte oder nicht jeder den Willen hat kontinuierlich in den Kunstzirkus einzusteigen. Und mal ehrlich: wer hat die Werke von Baselitz, Richter, Genzken denn gefunden in der Menge der ausgestellten Werke? Die Bewertung von Kunst außerhalb des Kunstmarktes: Prestigeverfall, aber Spaßsteigerung. Der Flashmob Richtung großer Museen nur noch eine Frage der Zeit.
Die Geburtsstunde eines wahrhaftigen Bildersturms!